Fassadengerüste B113

Nachfolgend sind die Gerüstanforderungen für die Herstellung von Klinkerfassaden beschrieben.

Für die Herstellung der Klinkerfassaden ist es sehr wichtig das der Klinkermaurer die Übersicht behält. Die verstellbaren Auslegerkonsolen ermöglichen ein wirschaftliches und ergonomisches Arbeiten. 

 

 

Für die Montage der Fensterelemente bedarf es einer 50 cm Auslegerkonsole. 

 

 

 

Für die Ausführung des Verblendmauerwerkes ist die 30 cm Auslegerkonsole erforderlich. Nach Fertigstellung wird die Auslegerkonsole ausgebaut, und die das Gerüst mit einen Innenliegenden Handlauf gesichert.   

 

 

Welches Gerüst ist passend?

- Arbeitsgerüste der Lastklasse 1 dürfen nur für Inspektionstätigkeiten eingesetzt werden.

 

- Arbeitsgerüste der Lastklasse 2 dürfen nur für Arbeiten eingesetzt werden, die kein Lagern von Baustoffen und Bauteilen erfordern. 

 

- Arbeitsgerüste der Lastklasse 3 dürfen nur für Arbeiten eingesetzt werden, bei denen die Belastung aus Personen und Materialien die gleichmäßig verteilte Verkehrslast von 2,0 kN/m² nicht überschreitet. Arbeiten die mindestens die Lastklasse 3 und Breitenklasse W06 erfordern sind z.B.

- maschinelle Putz- und Stuckarbeiten

- Putz- und Stuckarbeiten mit geringerer Materiallagerung

- Dachdeckungsarbeiten

- Fassadenbekleidungsarbeiten

- Malerarbeiten

- Beschichtungsarbeiten

- Verfugungsarbeiten

- Ausbesserungsarbeiten

- Montagearbeiten

- Bewehrungsarbeiten mit geringer Materiallagerung

 

wenn bei Materiallagerung auf der Belagfläche eine Durchgangsbreite von mindestens 0,20 m erhalten bleibt.

 

- Arbeitsgerüste der Lastklassen 4, 5 und 6 dürfen für Arbeiten eingesetzt werden, bei denen Baustoffe oder Bauteile auf dem Gerüstbelag abgesetzt oder gelagert werden. Hierbei ist mindestens Breitenklasse W09 erforderlich. Dabei darf die zulässige Belastung nicht überschritten werden. Arbeiten die mindestens die Lastklasse 4 und die Breitenklasse W09 erfordern sind z.B.

 

- Mauerarbeiten

- Putzarbeiten

- Bewehrungsarbeiten

- Fliesen- und Naturwerksteinarbeiten

- Montagearbeiten

- Wärmedämm-Verbundsystem-Montage (evtl. auch Lastklasse3)

 

wenn bei Materiallagerung auf der Belagfläche eine Durchgangsbreite von mindestens 0,20 m erhalten bleibt.

Gefährdungen

  • Unvollständig aufgebaute Gerüste sowie eigenmächtig vorgenommene Veränderungen am Gerüst können zu Absturzunfällen oder Gerüstumstürzen führenAllgemeines

Allgemeines

  • Fassadengerüste sind Gerüste mit längenorientierten Gerüstlagen, die als Standgerüste unmittelbar auf dem Untergrund stehen.
  • Fassadengerüste müssen standsicher, über einen sicheren Zugang erreichbar und betriebssicher sein (keine Absturzgefährdung).
  • Nachweis der Brauchbarkeit als allgemein anerkannte Regelausführung ist erbracht, wenn z. B. eine allgemein bauaufsichtliche Zulassung (erteilt durch DIBt) und die dazugehörige Aufbau- und Verwendungsanleitung (AuV) vorliegen.
  • Fassadengerüste können erstellt werden z. B. durch:
    • Gerüstsysteme (z. B. Rahmen-, Modulgerüste) aus vorgefertigten Bauteilen (Regelausführung – allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung und AuV),
    • Stahlrohrkupplungsgerüste (Regelausführung – DIN 4420-3 und AuV).
    •  
  • Abhängig von den durchzuführenden Arbeiten Lastklasse und Breitenklasse wählen sowie Ständer- und Riegelabstände und Belagstärke festlegen.
  • Für das Absetzen von Lasten mit dem Hebezeug ist mind. Lastklasse 4 erforderlich.

 

Schutzmaßnahmen

 

Untergrund

  • Tragfähigen Untergrund als Aufstandsfläche für das Gerüst verwenden.
  • Die Tragfähigkeit des Untergrundes kann beeinträchtigt sein durch z. B.: Schächte, Kanäle, Zisternen, unzureichend verdichteten Baugrund, Nähe zu Böschungen von Baugruben und Gräben.
  • Zur Verbesserung der Tragfähigkeit lastverteilende Unterlagen verwenden.
  • Keine Baustoffe, wie z. B. Mauersteine als Unterlage verwenden.
  • Bei schrägem Untergrund lastverteilende Unterlage so ausbilden, dass der Gerüstfuß horizontal aufgesetzt werden kann.
  • Gerüste nur mit Fußspindel als Auflager verwenden, Rohre oder Rahmen nicht direkt auf den Untergrund stellen.

Verankerung

  • Bei Gerüsten sind Anordnung (Anzahl und Höchstabstände) und Verankerungsart der Montageanweisung zu entnehmen.
  • Gerüst fortlaufend mit dem Aufbau zug- und druckfest an tragfähigen Bauteilen der Fassade verankern. Bereits mit dem Aufbau des ersten Gerüstfeldes ist eine Sicherung gegen Umkippen vorzunehmen (siehe AuV).
  • Verankerungen in der Nähe der Gerüstknotenpunkte anordnen.
  • Ist kein geeigneter Verankerungsgrund vorhanden bzw. kann das durch die AuV vorgegebene Verankerungsraster nicht eingehalten werden, sind Maßnahmen zur Gewährleistung der Standsicherheit in der Montageanweisung festzulegen.
  • Eine eventuell notwendige Ballastierung ist nur mit festem Material (z. B. Beton- oder Stahlgewichte) auszuführen, keine flüssigen oder körnigen Materialien in Behältern verwenden.

Zugänge Nummer 1

  • Alle Arbeitsplätze müssen über sichere Zugänge erreichbar sein. Als Zugänge eignen sich Aufzüge, Transportbühnen, Treppen oder Leitern. Alle 50 m Gerüstlänge (Abwicklung) mind. ein Zugang.
  • Zugang über innenliegende Leitern ist zulässig< >bis zu einer Aufstiegshöhe von 5 m
    oderbei Arbeiten an Einfamilienhäusern,wenn die dabei bestehenden Gefährdungen (z. B. umfangreicher Materialtransport, schließen von Durchstiegsöffnungen) in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden.
  • Sind Aufzüge, Transportbühnen oder Treppen aufgrund der baulichen Gegebenheiten nicht einsetzbar, können Leitern verwendet werden.

Gerüstbelag

  • Jede benutzte Gerüstlage muss voll ausgelegt sein.
  • Bei umlaufender Einrüstung einer Bauwerksecke den Gerüstbelag in voller Breite um die Ecke herumführen.
  • Bei systemfreien Belägen genügend große Überdeckungen im Bereich der Riegel vorsehen.
  • Der Belag darf nicht wippen, abheben oder ausweichen (Belagsicherung).
  • An der Innenseite des Gerüstes darf der horizontale Abstand zwischen Belag und Bauwerk höchstens 0,30 m betragen.
  • Klappen in Durchstiegsbelägen nach dem Durchstieg geschlossen halten.

Seitenschutz

  • Seitenschutz besteht aus Geländerholm, Zwischenholm und Bordbrett und ist an den Außen- und Stirnseiten des Gerüstes zu montieren.
  • An der Innenseite des Gerüstes Seitenschutz montieren, wenn zwischen Belag und Bauwerk der horizontale Abstand mehr als 0,30 m beträgt. An der Innenseite darf auf das Bordbrett verzichtet werden, wenn Arbeiten an der Fassade ausgeführt werden.
  • Innen liegendem Leitergang, der nur vertikal als Verkehrsweg genutzt wird, mit mind. zweiteiligem Seitenschutz einschließlich der Stirnseiten sichern.

Kennzeichnung

  • Kennzeichnung (sinnvollerweise am Zugang Nummer 1) ist Bestandteil der Prüfung und Voraussetzung für die Inaugenscheinnahme, Inhalt:
    • Name, Adresse und Telefonnummer des Gerüsterstellers
    • Gerüstbauart
    • Last- und Breitenklasse
    • Angaben über eine eventuelle Nutzungsbeschränkung
    • Warnhinweise
    • Datum der letzten Prüfung
  • Nicht einsatzbereite Gerüste/Bereiche mit Verbotszeichen „Zutritt verboten“ kennzeichnen und den Zugang zur Gefahrenzone absperren.

 

Prüfungen

  • Gerüstersteller: Prüfung durch eine „zur Prüfung befähigte Person“ nach Fertigstellung und vor Übergabe an den Nutzer, um den ordnungsgemäßen Zustand festzustellen (Nachweis-Prüfprotokoll).
  • Gerüstnutzer: Inaugenscheinnahme durch eine „qualifizierte Person“ des jeweiligen Nutzers vor der Verwendung, um die sichere Funktion und die Mängelfreiheit festzustellen (Nachweis-Checkliste).
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